Sandskulpturen Festival Usedom 2017 – Maritime Abenteuer

Sandskulpturen Festival Usedom - Brasilien
Sandskulpturen Festival Usedom - Brasilien

Etwa sechhundert Meter Luftlinie sind es vom Grenzparkplatz bis zur Ostsee, dank des Sandskulpturen Festival Usedom kann man aber trotz der Entfernung maritime Abenteuer erleben, denn die gut neuneinhalbtausend Kubikmeter Spezialsand erzählen in diesem Jahr maritime Geschichten aus aller Welt. Für eines der dargestellten Abenteuer braucht man sich gedanklich nicht allzu weit vom Sandskulpturen Festival Usedom entfernen, denn wenn der Fischer mit seinem Spruch „Manntje‘ Manntje, Timpe Te, Buttje‘ Buttje in der See, meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern will.“ den wünscheerfüllenden Fisch zu sich ruft, dann steht er am Ufer des Achterwassers, denn hier verortete Philipp Otto Runge den Ort der Handlung des Märchens, welches er für die Märchensammlung der Gebrüder Grimm einst aufschrieb. Für ein weiteres Abenteuer ist der zurückzulegende Weg auch nicht viel länger, denn um das Leben von Klaus Störtebeker, des wohl berühmtesten Piraten der Ostsee, rankt sich auch eine Legende, in welcher der Streckelsberg vorkommt, den er als Versteck für sich und seine Kumpanen genutzt haben soll.

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Während die Piratenkapitän Klaus Störtebeker historisch belegt belegt werden kann, ist Kapitän Nemo eine fiktive Figur, die Jules Verne in seinem Abenteuerroman 20.000 Meilen unter dem Meer zum Leben erweckte. Sein Unterseeboot Nautilus diente ihm als Forschungsstation und Jacques-Yves Cousteau als Inspiration für seine Arbeit, der Erforschung der Meere. Was beide verbindet, ist der Weg durch die Ausstellung, die thematisch sehr weit gefasst ist, obwohl beispielsweise die Wikinger nicht vorkommen. Diese sind eigentlich auch ein dankbares Motiv, welches zumindest etwas mit Vorpommern zu tun hat. Dafür hat eine Legende aus Polen ihren Platz in der Ausstellung gefunden, die von der Warschauer Meerjungfrau handelt. Wenn man heutzutage den Brunnen bewundert, der sich auf dem historischen Marktplatz der Stadt befindet, bewundert man zugleich das zauberhafte Fabelwesen, welches einst durch die Fischer gerettet wurde und daraufhin schwor, die Stadt Warschau vor ihren Feinden zu verteidigen. Übrigens findet man die Warschauer Meerjungfrau schon seit dem Mittelalter auf dem Wappenschild der Stadt.

Mit einer Darstellung von Poseidon, dem griechischen Gott des Meeres, beginnt der Rundgang der diesjährigen Ausstellung. Für gewöhnlich war er schlecht gelaunt, so dass die antiken Seefahrer ihn um gutes Wetter baten. Nur der griechische Held Odysseus, der mit dem Trojanischen Pferd eine List ersann um die Stadt zu erobern, erzürnte Poseidon, der sich an ihm rächte und seine Heimreise nach Ithaka verhindern wollte. Trotz der Hilfe durch die Göttin Athene, auf die Poseidon übrigens ebenso wenig gut zu sprechen war, dauerte das als Odyssee in die Weltliteratur eingegangene Epos von Homer an die zehn Jahre. Aus Platons Feder stammt die Geschichte der Insel Atlantis, die durch eine Naturkatastrophe vernichtet wurde. Ähnlich wie der Mythos von Atlantis ist der Mythos von Vineta, einer Stadt, die in den Fluten der Ostsee versunken sein soll, und ebenso wie bei Atlantis gibt es bei Vineta nicht nur einen Stelle, an dem dieser Ort vermutet wurde. Dank Hollywood verorten viele Leute den Kraken in der griechischen Sagenwelt, dabei stammen die Legenden um die kopffüßigen Seeungeheuer aber aus Nordeuropa, mit dem Koloss von Rhodos und dem Leuchtturm von Alexandria führt die Tour noch einmal in die Antike. Was beide Bauwerke verbindet, ist der Staus als eines der sieben Weltwunder der Antike und einen maritimen Zweck. Während die über dreißig Meter hohe Bronzestatue die Einfahrt zum Hafen von Rhodos zierte und den Sonnengott Helios pries, sollte der Leuchtturm von Alexandria das erste Bauwerk seiner Art werden, welches nachts den Schiffen den sicheren Weg in den Hafen zeigte.

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Da heutzutage nur noch wenige Leute etwas mit der Antike etwas anfangen können, liegt der Schwerpunkt im zweiten Teil der Ausstellung des Sandskulpturen Festivals auf maritime Abenteuer aus dem Flimmerkasten, ob der Untergang der Titanic, die Suche nach Nemos Vater oder das Seemannsgarn von Käpt´n Blaubär, je näher man dem Ende des Rundgang kommt, desto bekannter dürften für viele die gezeigten Motive werden. Für diesen Rundgang sollte man sich ausgiebig Zeit lassen, denn wie in den Jahren zuvor dürften sich die Künstler das eine oder andere spaßige Detail erlaubt haben, die es zu entdecken gilt. Selbst wenn man nicht alle von ihnen gefunden haben sollte, der Blick auf die und die filigrane und detailverliebte Gestaltung der Sandskulpturen ist beeindruckend, aber nur durch die Struktur des Sandes möglich, aus dem diese geformt werden. Da die Körner des Sandes, den man am Ostseestrand vorfindet, rundgeschliffen sind, taugt dieser gerade einmal für mehr oder weniger ansehnliche Kleckerburgen. Als kindlicher Gast hat man zumindest die Möglichkeit, im Sandkasten der Kinderwelt mit demselben Sand zu bauen, aus dem die Sandskulpturen der Ausstellung bestehen. Dank der günstigen Lage am Bahnhof Ahlbeck Grenze ist das Sandskulpturen Festival Usedom auch mit der Bahn zu erreichen. Im Zeitraum vom 8. April bis zum 5. November hat man die Gelegenheit die Ausstellung zu besuchen, ganz besonders an denjenigen Urlaubstagen, an welchen das Wasser von oben kommt.

Öffnungszeiten

08. April bis 05. November 2017
Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr
ab dem 29. Oktober 2017 nur bis 18:00 Uhr
letzter Einlass 17:30 Uhr

Eintrittspreise

8.50 € Erwachsene
7.50 € Rentner (65 Jahre und älter)
5.50 € Kinder (zwischen 4 und 12 Jahren)
23.50 € Familienticket (2 Erwachsene + 2 Kinder)
24.50 € Familienticket 3 (2 Erwachsene + 3 Kinder)
25.50 € Familienticket 4 (2 Erwachsene + 4 Kinder)

Rundgang

Der Gott des Meeres
Der Krake
Das Great Barrier Reef
Vineta & Atlantis
Der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau
Tableau – Wie tief ist das Meer?
Der Koloss von Rhodos
Der Fischer und seine Frau
Der Leuchtturm von Alexandria
Die Navigation in der Seefahrt
Moby Dick
Jules Verne´s 20.000 Meilen unter dem Meer
Die Tiefsee
Die Zauberin Lore Lay
Sharks Battle
Das Leben der Freibeuter
Der Pirat Klaus Störtebeker
Titanic (1997)
Abyss – Abgrund des Todes
Der weiße Hai
Robinson Crusoe
Wars i Sawa
Arielle, die Meerjungfrau
Findet Nemo
SpongeBob Schwammkopf
Käpt´n Blaubär
Zukunftstraum Meer

Veranstaltungstipp

Sandskulpturen
Ausstellung Usedom
24. März bis 04. November 2018

Ostseebad Ahlbeck