Sandskulpturen Ausstellung Usedom 2018 – Kamera an und Film ab!

Sandskulpturen Festival Usedom - Afrika
Sandskulpturen Festival Usedom - Afrika

Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein. dürfte wohl eines der bekanntesten Sprüche aus Loriots Film Pappa ante Portas sein, aber wenn Gerda Gmelin, die Schwiegermutter seines pensionierten Protagonisten völlig genervt dazu hinreißen lässt, ihre Familie mit Jetzt wird gegessen, sonst kann ich seeeeehr ungemütlich werden! Und es wird nicht mehr gesungen! zurechtzuweisen, wird einem Usedomfan warm ums Herz, denn in dieser Szene des Films ist die über hundert Jahre alte Seebrücke in Ahlbeck der heimliche Star. Verständlich, dass Pappa ante Portas einen Platz in der aktuellen Sandskulpturenausstellung im Ostseebad Ahlbeck gefunden hat, welche in diesem Jahr das Thema Kamera an und Film ab! Bei den Massen an Filmen, die in den letzten hundertzwanzig Jahren gedreht wurden, fiel es den Verantwortlichen garantiert sehr schwer, eine Auswahl zu treffen, mit der das Thema Film halbwegs komplett abgedeckt wird.

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Diese Aufgabe kann man nicht wirklich erfüllen, so dass es eine Auswahl von beliebten Höhepunkten aus der Filmgeschichte geworden ist. Natürlich dürfen dabei auch die Filme unserer polnischen Nachbarn nicht fehlen, so sind von den insgesamt fünfundvierzig Sandskulpturen zumindest zwei mit Filmmotiven aus Polen. Die Filmabenteuer der brüderlichen Trickfilmhelden Lolek und Bolek beziehungsweise Bolek i Lolek dürften wohl den meisten der Ausstellungsbesucher etwas sagen, der Film Sami swoi höchstwahrscheinlich fast nur den polnischen Besuchern, denn die im Jahre 1967 von Regisseur Sylwester Checinski gedrehte Komödie hat es seinerzeit nicht wirklich über die Oder geschafft. Derzeitig gebt es die humorvolle Geschichte zweier verfeindeter Familien nur der Originalfassung zu kaufen. Anders sieht es mit den übrigen Filmen aus, welche zum Großteil aus Hollywood stammen.

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Mit von der Partie sind unter anderem die als unverfilmbar geltende Romanverfilmung von Der Herr der Ringe, die zauberhaften Abenteuer von Harry Potter und die kämpferischen Zukunftsvisionen von Star Wars. Zu den beliebten Filmhelden gehören zweifelsfrei Bud Spencer und Terence Hill, die sich in zahlreichen Komödien prügelten, oder Winnetou für den es seinerzeit sogar eine durch Gojko Mitic verkörperte ostdeutsche Konkurrenz gab. Den eröffnen aber in diesem Jahr die Helden der Stummfilmzeit wie Charlie Chaplin oder Dick und Doof und damalige Blockbuster wie Metropolis, Godzilla und King Kong. Den vielleicht unbekanntesten Filmhelden der Ausstellung zeigt die sechste Sandskulpur des Rundgangs, welche Max Skladanowski darstellt. Dieser entwickelte zusammen mit seinem Bruder Emil das sogenannte Bioscop, mit dem sie zum ersten Mal am 1. November des Jahres 1895 im Berliner Varieté Wintergarten zum ersten Mal in Europa bewegte Filme vorführten.

Für eine andere Art von bewegten Bildern steht Walt Disney, der mit seiner Firma zahlreiche der bekanntesten Trickfilme schuf. Von diesen haben es die Filme König der Löwen und Das Dschungelbuch geschafft, von einen der teilnehmenden Künstler aus Sand geformt zu werden. Und da in früheren Zeiten auch Deutschland ein wichtiges Filmland war, findet man Werke wie Der Blaue Engel oder Der Hauptmann von Köpenick in denen einst Marlene Dietrich beziehungsweise Heinz Rühmann in der Hauptrolle brillierten. Ebenso sind französische Kassenschlager wie Ratatouille oder Asterix in der Ausstellung zu bewundern. Diese nimmt wie schon in den Jahren zuvor ein Zelt mit viertausend Quadratmeter Fläche ein, in welches man neuneinhalbtausend Kubikmeter Spezialsand verbracht hat, diesen verdichtete und aus den so entstandenen Sandblöcken mit viel Aufwand eindrucksvolle Figuren herausarbeitete.

Insgesamt arbeiteten in diesem Frühjahr sechzig Leute daran, dem Sand ein Gesicht zu geben, darunter sogar einige Welt- und Europameister im Sandskulpturenbau, wie die Veranstalter stolz verkündeten. Insgesamt sind es mehr als hundert Sandskulpturen, welche in akribischer Handarbeit geschaffen wurden, und zum Teil Details beinhalten, welche nur wirklich aufmerksame Besucher entdecken können. Wahrscheinlich wird dieses Jahr etwas schwieriger für die Veranstalter, denn bei den sommerlichen Temperaturen dieses Sommers zählt das Argument der Schlechtwetteralternative wohl etwas weniger. Nichts desto trotz dürfte die Sandskulpturen Ausstellung Usedom, die in den ersten Jahren ihres Bestehens noch als Sandskulpturen Festival Usedom auftrat, die erfolgreichste Ausstellung des Jahres auf der Insel Usedom werden. Bis zum 4. November hat man noch Zeit, sich die kreativen Schöpfungen aus Sand anzuschauen. Dies kann man auch machen ohne im Stau zu stehen, denn das Ausstellungszelt befindet sich gleich neben dem Bahnhof Ahlbeck Grenze und kann so bequem mit der Usedomer Bäderbahn erreicht werden.

Öffnungszeiten

24. März 2018 bis 04. November 2018
Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr
ab 28. Oktober nur 10:00 – 17:00 Uhr

Rundgang

Charlie Chaplin Metropolis Godzilla
King Kong Dick und Doof Max Skladanowski
Der Blaue Engel Das Daumenkino Loriots Pappa ante Portas
Der Hauptmann von Köpenick Sissi Winnetou
Peter schießt den Vogel ab Wickie und die starken Männer Filmtechnik
Der Herr der Ringe Harry Potter Vikings
Loving Vincent König der Löwen Filmpreise
Filmposter Das Dschungelbuch Der Pate
Dirty Dancing Die Blechtrommel Toy Story
Transformers Forrest Gump Das Wunder von Bern
Bud Spencer und Terence Hill Avatar Star Wars
Marvel Comics Piraten in Film und Fernsehen Game of Thrones
Jurassic Park James Bond Pulp Fiction
Die Familie Feuerstein Bolek i Lolek Ratatouille
Asterix Sami Swoi Frozen – Die Eiskönigin

Veranstaltungstipp

Sandskulpturen
Ausstellung Usedom
24. März bis 04. November 2018

Ostseebad Ahlbeck